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Von der Landesmitgliederversammlung

Am 16. Mai fand die Landesmitgliederversammlung der Berliner Ema.Li statt. Trotz der mittlerweile recht beachtlichen Mitgliedschaft von über 50 Personen in unserem Landesverband kamen nur zehn von ihnen vorbei. So ist das eben manchmal. Dennoch haben wir einige wichtige Dinge bearbeitet, die wir hier vorstellen möchten.

Rechenschaft
Die vergangene „Amtsperiode“ des Koordinierungskreises, bei uns ein Jahr, können wir wohl mit Fug und Recht als Erfolg verbuchen. Die Ema.Li ist auch dank Berliner Unterstützung auf Bundesebene wieder zum Leben erweckt und unser Landesverband hat sich auch gemausert. Mit einigen Beiträgen konnten wir sicherlich im Berliner Landesverband hier und da ein paar Anstöße geben und haben einen ansehnlichen Mitgliederzuwachs verbucht. An dieser Stelle loben wir uns als Berliner Ema.Li einfach mal selbst und hoffen, dass es so weitergeht, ohne Denunziationen, Machtspiele, Testosteronattacken und die leider üblichen strömungspolitischen Mätzchen. Wir arbeiten weiter am globalen Ponyhof.

Die Ema.Li verschenkt ihr Delegiertenmandat
Da unsere Anerkennung als satzungsgemäßer Zusammenschluss vor der Tür steht, werden wir auch bald über ein Mandat zum Landesparteitag verfügen. Derzeit gibt es ja eine Debatte über den Umgang mit Mandaten in den Zusammenschlüssen. Unsere etwas älter gedienten Genossinnen und Genossen kennen das ja schon, denn es gab wohl bereits in der Phase der Fusion aus WASG und PDS eine Diskussion, ob den Zusammenschlüssen, einschließlich Strömungen, noch ein Parteitagsmandat zur Verfügung gestellt werden soll. In jüngerer Zeit hat das Forum Demokratischer Sozialismus diese Debatte wieder aufgegriffen und vorgeschlagen, den Strömungen dieses Privileg nicht mehr zu gewähren. Wir sehen das in etwa ähnlich und haben uns zum Handeln entschlossen: Unser Mandat wird der Landesarbeitsgemeinschaft Hartz IV geschenkt. In der Praxis bedeutet das, dass wir auf deren Vorschlag eine Person aus ihren Reihen wählen. Für die LAG Hartz IV haben wir uns entschieden, um einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass das Thema Hartz IV einen prominenten Platz in unserer praktischen Politik findet. Hartz IV heißt nicht nur Armut durch skandalös niedrige Regelsätze, es bedeutet auch kulturelle Ausgrenzung, Entmündigung und die kollektive Beraubung bürgerlicher Grundfreiheiten.
Die Debatte um die Verteilung der Delegiertenmandate sollte man dringend weiterführen, denn das Verschenken ist auch nur eine Notlösung. Es bleibt demokratiepraktisch diskutabel, warum Genossinnen und Genossen ein mehrfaches Wahlrecht wahrnehmen können, nur weil sie einer Arbeitsgemeinschaft oder einer Strömung beigetreten sind, während „einfache“ Mitglieder, die eben nicht Mitglied einer AG oder Strömung sind, ausschließlich ihr Wahlrecht auf der Bezirksebene wahrnehmen können. Bedenklich ist das vor allem, da man sich dieses zusätzliche Wahlrecht mit einem völlig konsequenzlosen Beitritt zu einer AG beschaffen kann. Darüber sollte auf jeden Fall noch einmal nachgedacht und diskutiert werden.

Planungen
Ema.Li wird weiterhin monatliche Kneipenabende veranstalten und wir werden uns weiterhin bemühen, diese auch thematisch zu füllen. Der nächste Kneipenabend, am 30. Mai, wird sich etwa mit den Möglichkeiten der Mitbestimmung in Organisationen jenseits von Sitzungen beschäftigen, Stichwort liquid feedback und Co. Näheres dann bald an dieser Stelle.
Darüber hinaus planen wir für den Spätsommer eine größere Diskussionsveranstaltung zur Strukturdebatte in der Berliner Linken. Auf dieser wollen wir auch über Mitbestimmung diskutieren und für unseren Vorschlag werben, das Delegiertenprinzip auf der Bezirksebene, wie es derzeit in den Ostbezirken praktiziert wird, abzuschaffen. Für alle Veranstaltungen, insbesondere für die thematischen Kneipenabende, sind Ideen und tatkräftige Hilfe immer äußerst willkommen. Wenn ihr ein spannendes Thema habt, dann macht einfach einen Kneipenabend daraus!

Wahlen waren
Ein neuer Koordinierungskreis wurde auch gewählt. Fünf Leute machen jetzt mit und nach wie vor bleibt es dabei: Mitmachen beim Schreiben von Papieren, beim Ausdenken und Organisieren von Veranstaltungen und bei vielem mehr können, sollen, dürfen alle, die wollen. Also kommt zu den Ko-Kreis-Treffen, macht Vorschläge und bringt Euch ein! Ema.Li läuft am besten, wenn viele mitmachen.

Zwei Beiträge zur Zukunft der Linken (personaldebattenfrei)

Nicht, dass der Bartsch-Lafontaine-Zirkus unspannend wäre, aber wer sich denn nun genug an der plötzlich aufflammenden Personaldiskussion ergötzt hat – nicht verwunderlich, dass der Kessel explodiert, wenn über Monate die gesamte Kraft für das Zuhalten des Deckels verwendet wurde – kann in diesen Tagen auch interessantere Sachen zur Zukunft der Linken lesen. Zwei Beiträge seien empfohlen:

Zu allererst hat die Emanzipatorische Linke ein Diskussionspapier vorgelegt, das wieder einmal die Vielfältigkeit in der Linken als Basis für die notwendigen neuen Ideen einfordert. Das kann man hier lesen und herunterladen.

Für die Umsetzung der „neuen sozialen Idee“, von der zwar viel geredet wird, zu deren Konkretisierung Die Linke aber angesichts des dominierenden Traditionalismus nicht in der Lage zu sein scheint, schreibt der Prager Frühling an.

…und wem das alles zu kompliziert ist, kann hier noch einmal der Bulldogge Tillman beim Skateboardfahren zuschauen.

Einladung zur Landesmitgliederversammlung am 16. Mai

Liebe Berliner Ema.Lis,
Ihr seid herzlich eingeladen zur nächsten Gesamtmitgliederversammlung der Ema.Li Berlin, und zwar am 16.05.2012 um 19:00 Uhr. Wir treffen uns im großen Hinterzimmer vom en passant, Schönhauser Allee 58, fünf Minuten vom U-Bahnhof Eberswalder Straße.

Auf dieser Versammlung wird auch ein neuer Ko-Kreis gewählt, Ihr seid alle aufgefordert, Euch zu überlegen ob Ihr für den neuen Ko-Kreis kandidiert, wir freuen uns auf Euch!

Vorschlag für die Tagesordnung

TOP 1 Begrüßung, Formalia

TOP 2 Rechenschaftsbericht des Koordinierungs-Kreises, Aussprache und Entlastung

TOP 3 Aktuelles, allgemeine politische Lage und Vorhaben, Aussprache

TOP 4 Wahl des neuen Koordinierungs-Kreises

TOP 5 Verschiedenes

TOP 6 Schlusswort

Eingeladen sind natürlich auch alle Nicht-Mitglieder. Das Stimmrecht kann ganz einfach vor Ort mit Hilfe dieses Formulars erworben werden.

Wir bleiben alle. Gegen Vertreibung und Kulturabbau.

Berlin wird immer öder und verspießerter. Luxuswohnungen verdrängen Oma aus ihrer angestammten Wohnung. Profitable Bauprojekte nehmen der Theatergruppe ihren Proberaum, Bioläden verdrängen preiswerte Geschäfte des täglichen Bedarfs, millionenteure Polizeieinsätze zur Durchsetzung von Eigentümerinteressen gegen Hausprojekte, langweilige Designerbars ersetzen urige Kneipen und zahlungskräftige Wohnungseigentümer wollen zwar mitten in der Clubszene leben, gehen aber gegen die Geräusche aus selbigen vor Gericht und und und…

Wir dokumentieren hier den Aufruf zu einer Demonstration gegen Vertreibung und Kulturabbau. Los gehts am 27. April um 17,30 Uhr an der vom rot-grünen Kahlschlag betroffenen Wabe im Thälmann-Park/Prenzlauer Berg. Ab 15 Uhr gibts dort schon Kleinkunst und Musik zu bestaunen.

Hier der Aufruf:

„Erst wenn die letzte Eigentumswohnung verkauft,
die letzte Dachetage ausgebaut
und der letzte Freiraum zerstört ist,
werdet ihr feststellen,
dass unser Kiez die Kleinstadt geworden ist,
aus der ihr geflohen seid!“
(Plakat am ehemaligen Klub der Republik)

Die gallischen Dörfer in Mitte, Prenzlauer Berg und Pankow und ihre UnterstützerInnen rufen auf, sich solidarisch und gemeinsam mit allen BewohnerInnen dem Verwertungswahnsinn, der Verdrängung den Sozialkürzungen und dem Club sterben entgegen zu stellen.

Wir sehen nicht mehr tatenlos zu wie unsere Stadt zum Brettspiel für Investoren und Politiker geworden ist. Wir wollen keine aufgehübschte Plastikruine, in der wir nur noch existieren dürfen solange wir genug konsumieren!

Wohn- und Kultur- und Sozialprojekte wie der Schokoladen, die Kastanie 85/86 und 77, das Subversiv in der Brunnen 6/7, die Linie 206, das Bandito Rosso in der Lottum, die schöne Christine, das Tacheles, die Wabe, das Dimi, Theater unterm Dach und nur noch weniges mehr stehen für Oasen inmitten durchgentrifizierter Viertel, in denen immer weniger Menschen mit wenig Einkommen eine Chance haben teilzuhaben.

In diesen wenigen noch existierenden Freiräumen, die allerdings permanent bedroht sind, entsteht das was wir unter Zusammenleben verstehen. Dort kommt es zu Begegnungen unterschiedlichster Menschen, Austausch von Ideen, gemeinsamen Strategien um sich gegen die scheinbar übermächtigen Gegner der Immobilienbranche zu wehren. Hostels, Ferienwohnungen, Gated Communities, Luxussanierungen, teure Galerien und Boutiquen, identitätslose Touristenfresstempel, Imageprojekte, was sollen wir damit?
Wir brauchen Läden für den alltäglichen Bedarf zu bezahlbaren Preisen, Mieten die sich auch Menschen mit geringem Einkommen oder Hartz IV EmpfängerInnen leisten können, Brachen und Lücken in der Bebauung zur Selbstgestaltung für Gärten, nichtkommerzielle Treffpunkte und unseren geliebten Johnny Cash Döner !!!

Von den politischen Verantwortlichen dieser Stadt haben wir nichts zu erwarten. Sie haben in der Vergangenheit durch ihre fehlgeleitete Stadtentwicklungspolitik und ihrem rigorosem Verkauf von Grundstücken und Häusern den SpekulantInnen und InvestorInnen Tür und Tor geöffnet. Die totale Verwertung und Kommerzialisierung diktiert den BewohnerInnen das alltägliche Leben und wer sich dass nicht mehr leisten kann muss gehen. SeniorInnen können sich das Leben in der Stadtmitte schon lange nicht mehr leisten obwohl sie in diesen Vierteln jahrzehntelang gelebt haben, Jugendliche suchen vergebens nach Jugendeinrichtungen.

Ganz im Gegenteil arbeitet die „Sozial“politik Hand in Hand mit der Immobilienbranche indem sie keine Wohnberechtigungsscheine mehr raus rücken, Leistungen permanent kürzt, Zwangsumzüge forcieren und Immobilien in kommunaler Hand bereitwillig rausrückt. Über 30000 Hartz IV EmpfängerInnen zahlen jetzt schon drauf um sich ihre Wohnungen weiter leisten zu können und es werden immer mehr!

Für ein Recht auf Stadt für alle !!! Gegen Sozialabbau, Vertreibung und Verwertungswahnsinn !!! Für ein selbstbestimmtes Leben… nehmen wir die Dinge selbst in die Hand!

Organisieren:

Ihr wollt die Demo unterstützen oder im Vorfeld, Umfeld oder anderswie etwas beitragen? Besondere Freude machen uns Beiträge und Aktionen in den Vorstunden der Demonstration von KleinKunstPunk bis Theaterspiel.

Kontakt: 27vier@riseup.net

Kneipenabend im April

Wieder einmal steht der monatliche Kneipenabend der Ema.Li Berlin vor der Tür, und wie immer sind alle, wirklich alle, ganz herzlich eingeladen. Ein Programm gibt es nicht, was der Sache keinen Abbruch tut. Los gehts am 25. April ab etwa 19 Uhr im Babel. (Käthe-Niederkirchner-Straße 2 in Prenzlauer Berg, Straßenbahn M4 bis Hufelandstraße, Eschenbräu und Radeberger 2,80/0,5l.)

Und wer Lust auf Inhalt und die ganz großen Weichenstellungen hat, ist schon eine Stunde vorher da. Ab 18 Uhr treffen sich gewisse Kreise trifft sich der Ko-Kreis der Berliner Ema.Li zur regelmäßigen Besprechung, zu der natürlich auch alle ausdrücklich eingeladen und zum Mitwirken aufgefordert sind.

Kommt zahlreich, bringt Durst mit! Nette Leute und Ema.Li-Beitrittsformulare werden in ausreichender Menge vorhanden sein.